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Infos zur Katzenmesse Drucken


Interview mit Fritzi Rajmann

zur artgerechten Wohnungshaltung von Katzen


Damit Sie als Besucher sich mehr darunter vorstellen können, was Sie bei der 1. Kaltenberger Katzenmesse erwartet, werden wir in nächster Zeit einige ausgewählte Aussteller und ihr Angebot vorstellen.
Beim Infoabend hat Andrea Mittermeir, die Initiatorin der Katzenmesse, Fritzi Rajmann interviewt. Frau Rajmann hat in München eine kleine, sehr individuelle Katzenpension und ist im Tierschutz aktiv. Die artgerechte Haltung liegt ihr besonders am Herzen.


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Andrea Mittermeir (links), die Initiatorin der Katzenmesse beim Interview mit Fritzi Raymann
- Fritzi, erzähl uns ein wenig über Dein Leben und wie du zur Katze kamst.
Ich durfte als Kind trotz intensivstem und jahrelangem Wunsch keine Tiere außer Vögel und Schildkröten haben. Dabei interessierte ich mich schon sehr früh für Hunde und Katzen und ihre Bedürfnisse, las viel über Verhaltensforschung (Trumler, Zimen usw.) und betreute die Tiere in der Nachbarschaft als Ersatz für ein eigenes Tier.
Eigene Hunde, alle aus dem Tierschutz und teilweise sehr schwierige, habe ich seit ich 17 war, Katzen seit ich 21 war. Damit einher ging dann immer eine aktive Auseinandersetzung über ihr Verhalten, die Bedürfnisse und die artgerechte Haltung.
Seit 8 Jahren bin ich Mitarbeiterin in einem Biomarkt, was auch mein "Steckenpferd" hochwertiges Futter erklärt und ergänzt.

- Was verstehst du unter artgerechter Katzenhaltung?
Artgerechte Katzenhaltung in der Wohnung beinhaltet die Befriedigung sämtlicher Grundbedürfnisse einer Katze.

- Woher kennst du die Grundbedürfnisse?
Ich führe mir das Leben einer freilebenden Katze in allen Facetten vor Augen und versuche, das in der Wohnungshaltung angemessen zu ersetzen. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Interesse, Information und Weiterbildung.

- Was sind die wichtigsten Aspekte?
Allem voran: Katzen sind per se keine Einzelgänger und sollten, besonders als Wohnungskatzen, nicht einzeln gehalten werden. Ein Mensch, und sei er noch so fürsorglich, kann niemals einen Katzenkumpel ersetzen. Natürlich gibt es aus verschiedenen Gründen auch Ausnahmen und bestimmte erwachsene Katzen können oder wollen keine Katzengesellschaft haben, aber man sollte keine Katze der Möglichkeit zu sozialen Kontakten zu ihresgleichen berauben. Sie brauchen sie zur gesunden Entwicklung im jungen Alter und zum Wohlbefinden und kommunikativen Austausch lebenslang. Wer wirklich definitiv eine Einzelkatze möchte, sollte sich im Tierschutz nach erwachsenen erwiesenermaßen unsozialen Katzen umsehen, der er dann ein gutes Zuhause bieten kann.
Weitere wichtige Punkte sind:
  • ausreichend Beschäftigung und befriedigende Erlebnisse, die die erfolgreiche Mäusejagd ersetzen. Hierfür eignen sich neben aktivem Spielen hervorragend Katzenfummelbretter, von denen sie sich ihre Mahlzeiten selbst erarbeiten dürfen und dadurch enorme Selbstbestätigung bekommen. Auch Clickertraining ist eine wunderbare Beschäftigungsmöglichkeit. Hierzu gibt es gute Literatur.
  • ein interessanter und abwechslungsreicher Lebensraum. Hier reicht nicht ein Kratzbaum in der Zimmerecke. Katzen möchten unterschiedliche Liegeplätze, warm, kühl, erhöht, mit Aussicht, versteckt, leicht oder schwierig erreichbar. Für den Frieden in einem Mehrkatzenhaushalt ist von entscheidender Bedeutung, ob es ausreichend attraktive Rückzugsplätze gibt. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und ich möchte die Katzenhalter ermuntern, die dritte Dimension, die Höhe der Wohnung, für ihre Katzen intensiv nutzbar zu machen. Weitere Möglichkeiten sind große Pappkartons mit Einstiegs- und Pfötel-Löchern oder Wühlkisten mit Heu oder Laub.
  • hochwertiges Futter. Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Katze hängt entscheidend mit der Qualität des Futters zusammen. Bei Unruhe, Nervosität, starkem Haarausfall kann eine Umstellung auf hochwertiges Futter wahre Wunder bewirken. Leider ist es für den Katzenhalter nicht leicht, gutes Futter von minderwertigem zu unterscheiden. Soviel nur in Kürze: die Sorten mit der schönsten und populärsten Werbung sind nicht die besten!
- Wie geht man damit um, wenn die Katzen Probleme machen, z. B. unsauber sind?
Wenn Katzen unsauber sind, hat das immer Gründe, die es gilt, herauszufinden. Allem voran steht ein Besuch beim TA, um körperliche Ursachen wie z. B. Blasenentzündung abklären zu lassen.
Grundsätzlich wichtig ist natürlich, dass die Katzenklo-Situation den Bedürfnissen der Katze entspricht. Allerspätestens bei Unsauberkeit sollte diese auf Herz und Nieren geprüft und ggf. schnellstens optimiert werden.

- Wie soll denn ein gute Katzenklo beschaffen sein?
mindestens zwei Klos für eine Katze, optimalerweise je ein weiteres pro zusätzlicher Katze, die Klos sollten ausreichend groß und nach oben offen sein, Haubentoiletten entsprechen nicht den Bedürfnissen einer Katze, wenn sie ihr Geschäft verrichten möchte. Das Streu sollte feines Klumpstreu ohne Parfümierung sein und die Toilette so oft wie möglich gereinigt werden. Es empfiehlt sich sehr, diese Grundsätze von Anfang an zu beherzigen, da es dann seltener zu Unsauberkeitsproblemen kommt. Wenn es doch mal so weit kommen sollte, ist es oft schwer, das Problem wieder zu beheben.

- Hast du sonst noch Tipps?
Viele! Z. B. viele Trinkgelegenheiten in der Wohnung aufstellen. Man kann diese auch als Dekoration verstehen und die Katzen lieben es, mal hier mal da ein Schlückchen zu nehmen. Der Gesundheit ihrer Nieren bekommt es auf alle Fälle, da Katzen als Wüstentiere dazu neigen, viel zu wenig zu trinken. Besonders verhängnisvoll kann sich das auswirken, wenn sie viel Trockenfutter fressen.
Auch ständig verfügbares frisches Katzengras ist wichtig für die Vitaminversorgung und die Verdauung.

Weitere Anregungen und Antworten auf Fragen gibt Ihnen Fritzi Rajmann gerne auf der Katzenmesse in Kaltenberg!

 

Bis 16.09.10
Gesucht:
Wiesn-Zamperl 2010

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