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Fressnapf Tierratgeber
Flugkünstler der Nacht: Das "Große Mausohr"
Wer sich öfter mal bei alten Gemäuern aufhält, an dem kann das Große Mausohr durchaus schon vorbeigeflogen sein. Die hierzulande größte Fledermaus-Art fühlt sich in Dachstühlen sowie in Wald und Feld besonders wohl. Die Experten der Fachmarktkette Fressnapf stellen dieses außergewöhnliche Lebewesen vor, denn der Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher hat das Mausohr zum Höhlentier des Jahres 2011 ernannt.
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Das Große Mausohr ist eine Fledermaus, die mit einer Flügelspannweite von etwa 40 Zentimetern die größte ihrer Art in Deutschland und Europa ist. Ihr Name kommt nicht von ungefähr, denn ihre drei Zentimeter langen Ohren wirken im Vergleich zum maximal acht Zentimeter großen Körper riesig.
Mausohren zählen zu den Höhlentieren, weil sie ihren Winterschlaf unter der Erde verbringen. Ab Ende Oktober beziehen sie konstant kühle, aber frostfreie und luftfeuchte Rückzugsorte wie Höhlen oder alte Bergwerkstollen. Sinkt die Temperatur unter einen kritischen Wert, verfallen sie, kopfüber hängend, in einen schlafähnlichen Zustand. Um Energie einzusparen, passen sie ihre Körpertemperatur an die Umgebung an und fahren ihren Stoffwechsel zurück. Das fledermaustypische Hängen erfordert übrigens keinerlei Energie, denn die Sehnen der Füße haben einen Sperrmechanismus.
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Lautlos durch die Dunkelheit
Das Große Mausohr ist die größte Fledermausart in Europa und "Höhlentier des Jahres 2011".
Foto: Fressnapf/Ulrike Schanz
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Im Frühjahr beziehen die Mausohrweibchen ruhige Gebäudekomplexe wie große Dachböden von Kirchen, Burgen, Schlössern oder Gutshäusern. Dort bilden sie sogenannte Wochenstuben, die aus mehreren Hundert Fledermäusen bestehen können. Die Geburt ihrer ein bis höchsten zwei Jungen ist ein Balanceakt, denn auch sie erfolgt hängend. Das Weibchen wechselt dazu meist in die Hanglage mit dem Kopf nach oben, um ihr nacktes und blindes Neugeborenes sanft in ihrer Schwanzflughaut aufzufangen. Von dort klettert das Kleine sofort am Fell zu den Zitzen hinauf, um sich festzusaugen. Wenn die Jungen nach etwa 40 Tagen selbstständig sind, verlassen die Mausohrweibchen das Quartier, in das sie im nächsten Frühjahr zurückkehren.
Das Grundnahrungsmittel der Großen Mausohren sind Laufkäfer. Als reine Insektenfresser ernähren sie sich außerdem von Nachtschmetterlingen, Heuschrecken, Spinnen und Grillen. Während sie nachts auf Beutefang in Laub- und Mischwäldern tief über dem Boden fliegen, können sie sich problemlos orientieren. Dazu senden sie Schreie im Ultraschallbereich durch das Maul aus, die von den Gegenständen in der Umgebung wie ein Echo reflektiert werden. Dieses Echo empfangen sie mit ihren Ohren und setzen aus den Informationen im Gehirn ein Bild zusammen. Haben sie ein Insekt erhorcht, landen sie, fangen es mit ihrem kräftigen Gebiss und verspeisen es zumeist gleich beim Weiterflug.
Seit den 1950er-Jahren sind die Bestände der Mausohren und anderer Fledermausarten drastisch geschrumpft, weil es immer weniger naturnahe Landschaften und Unterschlupfmöglichkeiten für sie gibt. Um sie zu schützen, können Sie als Hausbesitzer einen naturnahen Garten, idealerweise mit nachtblühenden Pflanzen und Stauden, anlegen, in Ihrem Dachbodenbereich kleine Einflugöffnungen belassen oder Fledermausnistkästen an einem Baum aufhängen.
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Quelle: Fressnapf Tiernahrungs GmbH - www.fressnapf.com
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