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Meldung von VIER PFOTEN vom 19.08.11
VIER PFOTEN zum Tierschutzbericht: Kleine Erfolge, viele Enttäuschungen
Hamburg, 19.08.2011: Diese Woche hat die Bundesregierung den aktuellen Tierschutzbericht 2011 veröffentlicht. Darin zieht eine positive Bilanz für den Zeitraum 2007 bis 2010. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN sieht allerdings erhebliche Mängel und dringenden Handlungsbedarf. Stetig steigende Tierversuchszahlen sind nur ein alarmierendes Beispiel von vielen.
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Deutschland rühmt sich als Ort der Innovation und des Fortschritts – ganz entgegen dieses Selbstbildes sind die Tierversuchszahlen hierzulande deutlich gestiegen. Während im Jahr 2005 rund 2,4 Millionen Versuchstiere in deutschen Labors verbraucht wurden, waren es 2009 fast 2,8 Millionen. „Technischer Fortschritt sieht anders aus: Offensichtlich hat Deutschland den Fokus nicht ausreichend auf die Entwicklung tierfreier Ersatzmethoden gelegt“, erklärt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany. „Dabei sollten wir als High-Tech Land mit gutem Beispiel vorangehen.“
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Foto: VIER PFOTEN |
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Die vermeintliche Erfolgsmeldung über deutlich weniger Legehennen in Käfighaltung scheint auf den ersten Blick zwar positiv, bedeutet aber keinesfalls ein Ende des Tierleids. Die neuen Käfige (irreführend als "Kleingruppenhaltung" bezeichnet) sind ebenso tierquälerisch und auch bei Bodenhaltung kann keinesfalls von tiergerechter Haltung die Rede sein. Die von Tierschützern, Oppositionspolitikern und Wissenschaftlern vielfach kritisierte "Kleingruppenhaltung" soll zwar auslaufen, aber erst nach einem absolut inakzeptablen Übergangszeitraum von 25 Jahren. Durch die Anpassung an EU-Standards hat sich aufgrund höherer zugelassener Besatzdichten für Masthühner die Situation sogar nochmals verschlimmert.
Auch in anderen wichtigen Bereichen wurden keine Fortschritte erzielt: So wird die politische Umsetzung eines entsprechenden Bundesratsbeschlusses zum Wildtierverbot in Zirkussen seit Jahren konsequent von der CDU blockiert. Und Schweine lässt man in qualvoller Enge in den eigenen Exkrementen und unerträglichem Gestank dahinvegetieren.
Erfolgreich zu bewerten wäre das EU-Einfuhrverbot und Handelsverbot von Robbenprodukten sowie Hunde- und Katzenfellen, was aber nicht Deutschland sondern der EU zu verdanken ist. „Insgesamt ist die Bilanz ernüchternd und zeigt, dass die Bundesregierung dem Tierschutz vielfach nicht den angemessenen Stellenwert einräumt“, so Stephany. "Wir fordern die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner auf, ihren vielen Worten Taten folgen zu lassen und eine Umsetzung ihres angekündigten Tierschutzpaketes endlich tatkräftig anzugehen."
Quelle: VIER PFOTEN - www.vier-pfoten.de |
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