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 Meldung von VIER PFOTEN - 05.09.11

Tauben sind kein Ungeziefer!

VIER PFOTEN kritisiert das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, das einem Falkner in Rüsselsheim erlaubt, verwilderte Tauben zu töten. Tauben sind keine „Schädlinge", sondern intelligente, fühlende Lebewesen.

 Dass es in vielen deutschen Städten zu einer Überpopulation der Tiere gekommen ist, ist Schuld der Menschen – schließlich handelt es sich bei „Stadttauben" nicht um Wildtiere, sondern um verwilderte Haustauben. Bei Brieftaubenwettflügen stranden jedes Jahr zigtausende verirrte Vögel in den Städten.

VIER PFOTEN fordert die Stadtverwaltung Rüsselsheim auf, im Sinne des Tierschutzes zu handeln und die Taubenpopulationen durch kontrollierte Taubenschläge einzudämmen. Hier hat der Mensch die Möglichkeit, den Tauben Gipsei-Attrappen unterzuschieben.

 TaubeFoto:© Katrin Hammer/ pixelio.de

 Kontrollierte Taubenschläge helfen

In ca. 20 deutschen Städten haben die Behörden die Zahl der Vögel mit dieser Methode bereits erfolgreich verkleinert. So schwärmt z. B. die Augsburger Stadtverwaltung dank acht betreuter Taubenschläge und fünf kontrollierter Futterplätze davon, enorme Kosten bei der Gebäudereinigung einzusparen. Allein für die Säuberung des Rathauseingangs fielen zuvor rund 10.000 Euro jährlich an. Die Futterkosten für einen betreuten Taubenschlag betragen dagegen ca. 90 Euro im Jahr.

Taubenpopulationen durch Massentötungen zu dezimieren ist nicht nur Tierquälerei, sondern auch uneffektiv. Niemals könnte der Falkner alle Tiere töten – die verbleibenden Vögel würden sich durch das größere Nahrungs- und Platzangebot umso stärker vermehren.

Tauben können 35 Kilometer weit scharf sehen, erfassen auch ultraviolettes Licht und hören Infraschall. Durch kleine Eisenteilchen im Schnabelrand können sie das Magnetfeld der Erde erkennen und sich daran orientieren. Schon 1997 bestätigte der Präsident des Bundesgesundheitsamtes, dass Tauben nicht gefährlicher für den Menschen sind als andere Tiere. Auch Gebäude sind durch den Taubenkot nicht in Gefahr: Schäden an Fassaden werden in erster Linie durch sauren Regen verursacht. Der Kot der Tauben ist basisch und verätzt das Mauerwerk nicht.

Quelle: VIER PFOTEN e.V.   -    www.vier-pfoten.de

 

Tierportal München: In München gibt es bereits einen betreuten Taubenschlag nach dem Augsburger Modell. Lesen Sie darüber auf der Seite des Tierschutzverein München   -   www.tierheim-muenchen.de

 

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