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  • Behinderter und sein Assistenzhund - ziemlich beste Freunde!

 Vita-Assistenzhunde –

Der Assistenzhund ist treuer Partner, Eisbrecher und Mittler.

"Ziemlich beste Freunde" - das werden für gewöhnlich die Mensch-Hunde-Teams, die Tatjana Kreidler von VITA Assistenzhunde ausbildet. Der Verein hat sich nämlich genau dies zur Aufgabe gemacht und trainiert Hunde, die Behinderten als "Freund und Helfer" zur Seite gestellt werden.

Annette Hackbarth, Herausgeberin und Chefredakteurin der Zeitschrift "Faszination Tier & Natur", hat sich des interessanten Themas selbst angenommen und der Gründerin des Vereins, Tatjana Kreidler, einen Tag lang bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Dabei lernte sie erstaunliche Mensch-Hunde-Teams kennen.

Einen Auszug aus ihrer Reportage lesen Sie hier:


 Paarberatung

Robin und Connor warten darauf, dass sie endlich beim Dummy-Training dran sind. Andere haben Spaß beim Apportieren, Dummys werden geworfen, Hunde rennen, Menschen pfeifen und rufen.

Es ist warm und ziemlich schwül. Hund Connor lässt das Treiben kalt. Hund und Halter scheinen das ganze Drumherum kaum wahrzunehmen. Connor lehnt sich bei Robin an, der Junge streicht dem Hund sanft über den Kopf. Connor hebt den Kopf und sieht Robin an. Es ist dieser Blick, den jeder Hundebesitzer kennt und der vermutlich einer der Hauptgründe ist, warum man einen Hund hat. Es sind kleine Augenblicke völliger Übereinstimmung und der beinahe grenzenlosen Zuneigung, die einem der eigene Hund schenkt. Selbstvergessen beugt Robin sich nach vorne und küsst den Hund auf die Stirn.

 

Robin beugt sich aus dem Rollstuhl und küsst Hund Connor auf die Stirn

 

Auf den ersten Blick erscheint die Szene nicht ungewöhnlich – ein Junge und sein Hund! Doch die beiden sind erst seit einem Monat ein Team, die Nähe der beiden ist aber schon fast greifbar. Wie ist das möglich? Zumal Connors ehemalige Halterin fünf Meter weiter steht, was ihn offensichtlich nur am Rande interessiert. Wie auch, dass Robin seine linke Hand nicht ganz öffnen kann, um ihm über den Kopf zu streicheln und dass er nicht an dessen Beinen lehnt, sondern am Rad von Robins Rollstuhl. Warum schließt sich ein Hund einem Kind an, wenn es nicht mit ihm laufen, rennen und toben kann? Und warum befolgt er auch noch dessen Kommandos, obwohl es praktisch keine Handhabe hat, sie im klassischen Sinne der Hundeerziehung durchzusetzen?

Eine junge Frau spricht mich auf dem Parkplatz an: „Wollen Sie zu Vita?" Ja, will ich. Sie nimmt mich mit, denn der Zugang ist nicht ganz einfach. Das Gartentor öffnet und schließt automatisch, aber nur, wenn man weiß, welche Knöpfe gedrückt werden müssen. Die erste Verwunderung über diese vermeintliche Abschottung weicht schnell der Erkenntnis: Klar, hier werden Hunde ausgebildet, um unter anderem Türen zu öffnen. Deswegen sollen sie aber trotzdem nicht auf eigene Faust respektive Pfote losziehen – und schon gar nicht zu acht oder zehnt.

Denn so viele Golden Retriever und Labradors empfangen mich in etwa, als ich das Haus betrete. Ich bin der Dame sehr dankbar, dass sie mich unter ihre Fittiche genommen hat. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass sie die Mutter von Robin ist. Beide befinden sich in der Nachbetreuung mit Connor, dem Goldie, der mit Robin gerade einmal seit vier Wochen ein Vita-Team bildet.

Wenn aus Training Ausbildung wird

Diese Zusammenführung dauert etwa sechs Wochen, ihr voraus gehen diverse Treffen, gegenseitige Besuche – und natürlich die zweijährige Ausbildung des Hundes. Doch auch die Menschen haben eine Menge zu lernen. Den richtigen Umgang mit dem Hund, Verhaltenskunde, Praxis der Hundehaltung, aber auch Medizinisches wie Erste-Hilfe-Maßnahmen, Krankheitserkennung, Pflege.

All dies geschieht unter der Leitung – und vor allem Anleitung – von Tatjana Kreidler. Diese studierte Sozialpädagogik, absolvierte dann in Großbritannien eine umfangreiche Ausbildung bei den Organisationen „Guide Dogs for the Blind" und „Dogs for the Disabled". Dort lernte sie nicht nur, wie die Hunde ausgebildet werden, sondern auch, wie das passende Mensch-Hund Team ermittelt wird und worauf es bei der Zusammenführung der Teams ankommt.

Sie baute auf dem Erlernten auf und entwickelte dabei ihre eigene Methode, betont aber die Wichtigkeit von Verbänden, auch internationalen, und der regelmäßigen Überprüfung der Qualitätsstandards durch unabhängige Gremien. Aber das nur nebenbei. Zurück nach Hümmerich, in das Ausbildungszentrum, auf dem alles beginnt für die, die einmal ein Team, am besten ein Dream-Team, werden wollen.

 

Junge im Rollstuhl beim Dummytraining mit seinem Hund

 

Gemeinschaft ist wichtig

Tatjana Kreidler ist auf eine ruhige und klare Art bestimmt, keine Frage. Sie spricht mit leiser Stimme, nimmt sich Zeit für die Antworten, überlegt, wägt ab. Da es keine Dogmen gibt, gibt es auch keine Worthülsen, Parolen oder in Stein gemeißelte Glaubenssätze. Aber es gibt Regeln. Ein Vita-Assistenzhund darf Aggressivität nicht mit ebensolcher begegnen. Er darf sich abgrenzen und natürlich auch wehren, wenn er muss. Aber es darf keine Aggression von ihm ausgehen. Wer gegenläufige Anstalten macht, z. B. nach einem Neuankömmling schnappt, der bekommt ein entschiedenes „No" zu hören, und –wenn das noch nicht reicht – wird „gestupft". Kreidler klappst den Hund mit dem Handrücken oder stupft mit den Fingern an Schulter oder Oberschenkel. Der Hund dreht sich um, will sehen, woher das denn kam. Kreidler steht neben ihm und wiederholt das „No". Das reicht schon. Aber dann ist sofort alles wieder gut und die Situation wird aufgelöst. So weit ist das alles nachvollziehbar, doch warum gehorchen die Hunde später einem Kind, das eher wenig Konsequenz an den Tag legen kann?   ...

Die Antwort auf diese Frage und mehr über den Trainingsweg vom "normalen" Hund zum Assistenzhund erfahren Sie im kompletten Artikel "Paarberatung" in der Oktober/November Ausgabe der Zeitschrift "Faszination Mensch & Natur".

Ein Golden-Retriever-Assistenzhund schläft neben einem Rollstuhl

November 2012: Die Zeitschrift „Faszination Tier & Natur" bietet Tierbesitzern und Naturfreunden Infotainment mit einem breiten Themenspektrum an ebenso informativen wie unterhaltsamen Geschichten über Menschen, Tiere und Natur. Herausgeberin ist die Wahl-Münchnerin Annette Hackbarth, die mit dem Magazin eine Lücke schließen will zwischen Tier- und Naturfreunden, denn die eine Passion beinhaltet eigentlich automatisch auch die andere. Das üppig bebilderte Magazin ist zu einem Preis von 3,80 € im gut sortierten Zeitschriftenhandel und in einigen Münchner Fressnapf-Märkten erhältlich. 

Update 2014: Die Zeitschrift „Faszination Tier & Natur"  gibt es mittlerweiile leider nicht mehr.



Fotos: Faszination Tier & Natur

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