Umzug von der Donau an die Isar: Felsenpinguine in Hellabrunn

Eine Gruppe von sieben Felsenpinguin-Paaren ist vom Wiener Tiergarten Schönbrunn in den Münchner Tierpark umgesiedelt. Die stark vom Aussterben bedrohten Tiere  werden in Hellabrunn im Rahmen des Artenschutz-Programms gehalten und man hofft deswegen ganz besonders auf Nachwuchs.

Einige der neu eingezogenen Felsenpinguine mit einem PflegerEin "Leckerchen" als Willkommensgruß
Foto: Tierpark Hellabrunn


19.11.12 - Die kleinen Pinguine sind in die Polarwelt des Münchener Tierparks eingezogen und werden den Besuchern mit ihrer besonders auffälligen Federpracht, den leuchtend gelben, bis zu zehn Zentimeter langen Federbüscheln über beiden Augen, sicher einen absoluten Hingucker bieten. Die Nördlichen Felsenpinguine stehen als stark vom Aussterben bedrohte Art auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature). Ihre Haltung in Hellabrunn ist Teil des Artenschutzes, der im Münchener Tierpark ganz groß geschrieben wird.

Kopf eines Felsenpinguin Ein absoluten Hingucker - die "Frisur" des Nördlichen Felsenpinguins
Foto: Tierpark Hellabrunn

Gibt es bald Felsenpinguin-Babys in Hellabrunn?

Die 14 „Neu-Münchner" sind zwischen sieben Monaten und vier Jahren alt. In Österreichs Hauptstadt lebt die Pinguinart seit den 80er-Jahren. In der Gruppe von sieben Felsenpinguin-Paaren sind zwei zuchterprobte Pärchen.

Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem freut sich über die interessanten Neuzugänge in der Polarwelt: „Die frisch eingetroffenen Felsenpinguine mit der interessanten Frisur sind mir schon lange ans Herz gewachsen. Dank guter Beziehungen zwischen Hellabrunn und dem Tiergarten Schönbrunn konnten wir es ermöglichen, die europaweit zweitgrößte Felsenpinguin-Kolonie nach München zu holen. Die Tiere fühlen sich schon jetzt sichtlich wohl. Nun hoffen wir, dass die Felsenpinguine schnell ihre Bruthöhlen beziehen und für Nachwuchs sorgen werden."

Mama und Papa Pinguin sind gleichermaßen um den Nachwuchs besorgt

Europaweit halten lediglich acht Zoos Nördliche Felsenpinguine. Die Zahl der ursprünglich auf wenigen Inseln im Südatlantik und im südlichen Indischen Ozean freilebenden Tier wird auf etwa 265.000 Brutpaare geschätzt. Im Sommer brüten die Felsenpinguine am Rande der Antarktis in Kolonien, die bis zu 100.000 Nester umfassen, und finden trotz dieser enormen Anzahl ihr Nest aus dem Vorjahr wieder. Nach 33 Tagen Brutzeit schlüpft meist ein Küken, um das sich Mama und Papa Pinguin gleichermaßen kümmern. Das Nest verteidigen sie gegen jeden Eindringling vehement und mutig – untereinander sind sie jedoch sehr zärtlich.

Ihre charakteristischen gelben Federbüschel bilden sich im Alter von etwa einem Jahr aus. Ihre „Frisur" tragen Weibchen und Männchen gleich, auch frech und farbenfroh sind sie beide und haben knallrote Augen, einen rotbraunen Schnabel und rosa Füße. Herr und Frau Felsenpinguin unterscheiden sich nur durch ihre unterschiedliche Größe.

Quelle: Tierpark Hellabrunn

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