Mit Hunden gewaltfrei kommunizieren

Judith Böhnke, Buchautorin und Expertin bei Fragen zur Mensch-Hund-Beziehung, erzählt in der aktuellen Ausgabe (03-2013) des Magazins "hundeschau" über die gewaltfreie Kommunikation. Warum es dazu nötig ist, das Verhalten des Vierbeiners wertfrei zu beobachten und wie man ihm respektvoll und mit Verständnis begegnen kann, erfahren Sie in ihrem Artikel, von dem wir hier einen kleinen Auszug präsentieren.

Mit Hunden gewaltfrei kommunizieren

Beziehungen verknüpfen Leben. Sie sind Gradmesser für Lebensqualität, bringen uns bisweilen dazu, über uns selbst hinauszuwachsen und fangen uns auf, wenn wir einstecken müssen. Gute Beziehungen erwachsen selten aus dem Nichts und ohne Zutun. Der Schlüssel ist eine einfühlsame und bedürfnisorientierte Kommunikation.
Text: Judith Böhnke

Frauchen und Hund sehen sich beim Spazierengehen anEin Sprichwort sagt „Man kann nicht nicht kommunizieren". Wie sehr es zutrifft, ist uns in seiner gesamten Tragweite selten bewusst. Denn wir kommunizieren nicht nur mit Worten. Vor allem kommunizieren wir mit dem, was der Fachmann „Ausdrucksverhalten" nennt: mit Mimik, Gesten, Stimmlage und Sprechweise, Blicken und Berührungen, Körperspannung und Auftreten, sogar mit Gerüchen, Frisuren und diversen Accessoires, von der Sonnenbrille bis hin zum mehr oder weniger dicken Auto. Auch Hunde kommunizieren so, von den Accessoires und den Frisuren einmal abgesehen. Kommunikation ergibt sich allerdings nicht allein dadurch, dass man sich ausdrückt. Sie findet erst statt, wenn da auch einer ist, der versteht und antwortet.

Der Ton macht die Musik

Auch in der Mensch-Hund-Beziehung ist es hier der Ton, der die Musik macht. Dieser Ton vermag bisweilen zu polarisieren. Welcher ist der richtige? Positive Bestärkung? Der vermeintliche Verzicht auf Konditionierung? Der Einsatz von Körpersprache? Von Persönlichkeit? Die Imitation von Hundeverhalten? Tatsache ist, dass unser Ton fast immer darauf abzielt, unsere Hunde in ihrem Verhalten zu beeinflussen. Manchmal sehen wir dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unterwerfen unsere Hunde der Funktionalität, ohne zu hinterfragen, wem das denn eigentlich nützt, was wir da tun. Und in welcher Form. Vergessen, dass der Ton Konditionierungsprozesse integriert, ob uns das bewusst ist oder nicht und auch unabhängig davon, ob wir das wollen oder nicht.

Auf der anderen Seite versteigen wir uns in der Annahme, dass Kommunikation nichts anderes sei als Manipulation. Zielen wir darauf ab, bei einem Menschen oder Hund durch das, was wir tun oder sagen, ein bestimmtes Verhalten hervorzurufen, ist die Sache mit der Manipulation nicht von der Hand zu weisen. Manipulation ist Einflussnahme, ist Ausübung von Macht, ist Gewalt. Auch dann, wenn wir nicht herumschreien, andere beschimpfen, sie unter Druck setzen, beleidigen oder Ähnliches.

Mehr als nur Worte

Innerhalb von Kommunikation gibt sich Gewalt nicht immer leicht zu erkennen. Tatsächlich wohnt sie in unserem Denken: Jedem von uns gelingt es immer wieder, anderen oder sich selbst Schuld zuzuschreiben, sich und andere zu be- oder verurteilen, zu vergleichen, zu beschämen, aufzuopfern, ein schlechtes Gewissen zu machen etc. Erst bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass dies alles Formen von Gewalt sind. Und diese sind nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich an der Tagesordnung, sondern eben auch innerhalb von Mensch-Hund-Beziehungen.

Zum Teil mit fatalen Folgen. Denn daraus resultieren sie alle: der elende Kläffer, der sture Beagle und der verfressene Bettelfred, der rüpelhafte Anspringer, der ignorante Leinenzieher, der aggressive Pöbler, der Kampfhund, der perfekte Familienhund, die beste oder schlechteste Rasse, die einzig wahre Methode, das Musterbeispiel des Hundeführers und der Versager vor dem Herrn, um nur einige zu nennen. Wir konzentrieren uns auf das, was Strafe oder Lob verdient und verlernen dabei das Wertschätzen und Mitfühlen. Wann haben wir zuletzt einem anderen einfach mal nur zugehört? Oder unserem Hund? Oder „Danke" gesagt und das auch so gemeint?

...

 Cover mit Mops auf der hundeschau Nr 3 2013

Lesen Sie den kompletten Artikel von Judith Böhnke "Mit Hunden gewaltfrei kommunizieren" im Magazin hundeschau in der aktuellen Ausgabe 03-2013

Das moderne Hundemagazin ist am Kiosk, im Zeitschriftenhandel und in ausgewählten Tiereinrichtungen und -geschäften für 2,20 Euro erhältlich.

 
Cover des Buches Gewaltfrei kommunizieren mit Hunden
Die Autorin des hundeschau-Artikels hat die gewaltfreie Kommunikation auch in einem Buch thematisiert:
 
 von Judith Böhnke
 
Kosmos Verlag, 280 Seiten
gebunden, ISBN 978-3-440-13401-6
19,99 Euro

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