23.03.11

Tierpark Hellabrunn bereitet sich auf Elefantengeburt vor

Nach 22 Monaten Tragzeit nähert sich das Ende der Schwangerschaft von Elefantendame Temi (9). Wann genau der Geburtstermin sein wird, weiß nicht einmal die Mutter selbst. Daher wird Temi jetzt besonders sorgsam überwacht und untersucht.

Dreimal pro Woche nehmen die Tierpfleger Temi Blut ab, um den Hormonspiegel zu überprüfen. Für diese Prozedur wird mit einer feinen Nadel aus den stark durchbluteten und gut sichtbaren Adern im Ohr Blut abgenommen. Das Blut wird in der Tierarztpraxis im Tierpark vorbehandelt und an ein externes Labor geschickt, wo es schließlich analysiert wird. Im Blut wird das Hormon Progesteron bestimmt und in einer Kurve eingetragen. Sinkt der Hormonspiegel unter einen bestimmten Wert, steht die Geburt kurz bevor. „Bislang verläuft alles vorschriftsmäßig, Anzeichen einer nahenden Niederkunft gibt es noch nicht, aber wir sind bestens vorbereitet“, freut sich Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Sinkt der Hormonspiegel unter einen bestimmten Wert, steht die Geburt kurz bevor und die Nachtwache der Tierpfleger im Stall beginnt. Wenn die Geburt beginnt, ruft der „Wachhabende“ Tierärzte und Kollegen an. Im Tierpark herrscht dann Alarmbereitschaft. Auf jedes kleine Zeichen wird geachtet, jede kleine Veränderung wird aufgeschrieben: Kleinere Mengen Kot oder Urin können genauso Anzeichen für die ersten Wehen sein wie ein nervöses Auf- und Abgehen der Kuh.
Dr. Andreas Knieriem mit Elefant Temi

Foto: Tierpark Hellabrunn
Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem
mit Elefantendame Temi


Die Vorbereitung
Der Elefantenpfleger Andreas Fries (Revierleiter) und sein sechsköpfiges Team sowie Zoologen und Tierärzte haben sich auf die Elefantengeburt gut vorbereitet. Sie bringen viel Erfahrung mit und haben bereits zwei Elefantengeburten begleitet. Seit Wochen studieren sie Videoaufnahmen von Elefantengeburten und Geburtsprotokolle aus anderen Zoos, sprechen mit erfahrenen Elefantenpflegern, gehen die möglichen Stationen einer Geburt durch.
          
Die Geburt
Die Tierpfleger haben einen Geburtsstall eingerichtet. Hier übernachtet Temi bereits. Tagsüber leistet ihr ihre Elefanten-Freundin Panang im Geburtsstall Gesellschaft. Panang ist ebenfalls trächtig und erwartet im November 2011 Nachwuchs.
Von den ersten Anzeichen einer Geburt bis zur eigentlichen Geburt können mehrere Nächte vergehen. Die Geburt beginnt mit den sogenannten „Stellwehen“. Die Kuh verliert dabei Schleim und meistens auch den Schleimpfropfen. Während dieser Stellwehen rutscht das Kalb in die endgültige Geburtsposition. Die eigentliche Geburt wird dann durch die Austreibungswehen eingeleitet.
                   
Die Ammen
In der freien Wildbahn wird die Elefantenkuh bei der Geburt von Elefanten-Ammen betreut. Diese erfahrenen Elefantenkühe beruhigen die niederkommende Kuh und nehmen das Neugeborene in ihre Obhut. Die große Gefahr bei einer Elefantengeburt geht nämlich von der frischgebackenen Mutter aus: In vielen Fällen geht sie auf ihr eigenes Kind los, das ihr soviel Schmerzen bereitet hat. Manchmal tötet die Mutter bei diesen Attacken versehentlich  ihr Kind. Die Ammen beschützen das Kleine daher vor seiner Mutter, bis sie sich beruhigt hat und begreift, was ihr passiert ist. Diese Betreuung ist für das Neugeborene oft lebenswichtig!
In Hellabrunn übernehmen die Tierpfleger die Rolle der Ammen. Die Elefantenkühe haben erst eine Geburt miterlebt. Sie können noch nicht wissen, was mit ihrer Freundin Temi geschieht und würden dem Neugeborenen wahrscheinlich nicht helfen. Es wird noch einige Geburten dauern, bis die Elefantenkühe in München ein funktionierendes Ammenverhalten zeigen. Die Elefantenpfleger werden an Stelle der Ammen das Neugeborene gleich nach der Geburt aus der Reichweite der Mutter bringen, es untersuchen, ihm auf die Beine helfen und warten, bis Temi sich beruhigt hat. Vorsichtig werden Mutter und Kind dann aneinander gewöhnt.

Das Baby 
Der Tierpark hat sich auf die Geburt des Elefantenbabys gut vorbereitet. Ein Sauerstoffgerät liegt bereit, sollte das Kleine nicht atmen, Ersatzmilch ist bereitgestellt, falls die Mutter ihr Kind nicht annimmt. Ein Milchwärmer wartet im Schrank auf seinen Einsatz. Jetzt heißt es nur noch Warten und Daumen drücken, dass die Geburt komplikationslos verläuft!

Die Hellabrunner Elefantenherde
Im Tierpark leben insgesamt fünf Elefanten-Damen. Der künftige Vater Gajendra ist aufgrund von umfangreichen Renovierungsarbeiten an dem Elefantenhaus vorübergehend im Leipziger Zoo untergebracht und kehrt nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wieder nach Hellabrunn zurück.
Elefantenkühe 
                                          
Temi – 9 Jahre                                              Gajendra -18 Jahre
Tina – 52 Jahre
Steffi – 45 Jahre
Mangala – 18 Jahre
Panang – 22 Jahre
Elefantenbulle
Gajendra -18 Jahre


Quelle: Tierpark Hellabrunn





Tags: Tierpark Hellabrunn

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