Ausbildung von Diabetikerwarnhunden

Interview mit Julia Höhn von Leinenlos

Seit 5 Jahren arbeitet Julia Höhn als Hundetrainerin in München, vor 3 Jahren hat sie sich zusätzlich für die Ausbildung von Diabetikerwarnhunden qualifiziert. Seither bildet sie Hunde aus, die ihre  Besitzer nicht nur bei Über- oder Unterzuckerung warnen, sondern im Notfall auch Alarm schlagen können. Die erfolgreiche Arbeit eines „Diabetiker-Spürhundes“ setzt einiges voraus: eine ganz spezielle Hundenase, kontinuierliche Trainingsarbeit von Diabetiker (inkl. seiner Familie) und Trainer mit dem Vierbeiner - und viel Liebe und Vertrauen.

In einem Interview erzählte Julia Höhn über die Ausbildung der Assistenzhunde mit den sensiblen Nasen:

Was ist ein Diabetikerwarnhund?

Ein Diabetikerwarnhund warnt „seinen“ Diabetiker, wenn dessen  Blutzuckerspiegel zu sehr sinkt oder steigt, so dass eine Unter- oder Überzuckerung rechtzeitig bemerkt wird und der Erkrankte die nötigen Maßnahmen ergreifen kann. Außerdem muss der Hund in der Lage sein sofort Hilfe zu holen, wenn der Diabetiker in einen sogenannten "Zuckerschock" fallen und bewusstlos werden sollte.

Diabetikerwarnhunde sind nicht nur Freund, Begleiter und Beschützer des an Diabetes erkrankten Kindes oder Erwachsenen, sondern sie können ihm ein fast normales Leben ermöglichen.

Die Ausbildung der Hunde wird von einem Trainer mit spezieller Zusatzqualifikation vorgenommen und dauert meistens ca. 18 bis 24 Monate.  

Wann und wie warnt ein Diabetikerwarnhund?

Mit ihrer besonders sensiblen Nase reagieren Diabetikerwarnhunde im Idealfall noch bevor die Blutzuckerwerte unter 70 oder über 250 steigen. Es gibt sogar Hunde, die diese Werte weit genauer eingrenzen können. Der Kranke kann dann noch schnell Zucker oder etwas Kohlenhydratreiches essen oder Insulin spritzen und so eine Unter- bzw. Überzuckerung verhindern.

Ein gefährlich hoher oder niedriger Blutzuckerspiegel setzt chemische Prozesse im Körper in Gang, die an Atem oder Schweiß des Diabetikers zu erkennen sind. Und damit beginnen dann auch die ersten Übungsphasen des Vierbeiners. Er bekommt immer wieder Kompressen zu riechen, die diesen speziellen Geruch seines Schützlings enthalten und er lernt, auf diesen Fall zu reagieren und Alarm zu schlagen.


Wie der Hund warnen soll, entscheidet sein betroffener Besitzer. Das kann z.B. im Freien durch Bellen geschehen oder in der Wohnung durch Anstupsen. Oft bringt ein Hund bereits sein eigenes Anzeigeverhalten mit, das dann im Trainingsverlauf gefestigt wird.

Das Übungsprogramm umfasst auch Maßnahmen, die der Hund ergreifen muss, wenn der Notfall bereits eingetreten und der Diabetiker z.B. bewusstlos ist. Das heißt, er muss  lernen eine Tür zu öffnen, um Hilfspersonen zu holen oder ein Nottelefon zu betätigen.

Beim Training zum Öffnen einer Tür

Welche Hunde kann man zum Diabetikerwarnhund ausbilden?

Nicht jede Hunderasse ist dazu geeignet. Denken wir an Möpse oder Boxer, die aufgrund ihrer verkürzten Nasen Probleme dabei haben werden. Auch ein Husky, der schwere Arbeit im Zughundesport gewöhnt ist, aber mit „spielen“ und Lernaufgaben wenig am Hut hat, ist eher ungeeignet. Zur Ausbildung gehört der absolute Grundgehorsam, damit es möglich ist, den Vierbeiner überall mitnehmen zu können. Deswegen ist es auch für Rassen, die eher als kleine "Gehorsamsverweigerer" gelten, nicht der ideale Job.

Es ist daher am sinnvollsten, wenn Diabetiker und Trainer gemeinsam die richtige Hunderasse, bzw. den richtigen Hund aussuchen.


Welche Voraussetzungen muss der Vierbeiner erfüllen?

Die meisten Assistenzhunde, wie z.B. die Helfer für Rollstuhlfahrer, brauchen bestimmte Wesensvoraussetzungen und dann heißt es üben, üben, üben. Bei dem Diabetikerwarnhund ist das anders, denn es handelt sich dabei um eine angeborene Fähigkeit. Vor einer Über- oder Unterzuckerung zu warnen, kann auch dem intelligentesten Hund nicht antrainiert werden. Das kann ein Hund – oder auch nicht! Nur durch eine Austestung von ausgesuchten Welpen oder erwachsenen Hunden lässt sich erkennen, ob ein Vierbeiner diese Sensibilität besitzt und ihm das Anzeigeverhalten angeboren ist.   

Wenn der Diabetiker schon einen Hund besitzt, müsste der Trainer durch kleine Übungen mit dem Hund sehen, ob dieser in der Lage ist, Notsituationen anzuzeigen.


Wie kommen Kinder mit Diabetikerwarnhunden zurecht?

Das Wichtigste ist dabei nicht die Entscheidung der Eltern zum „Assistenten auf vier Pfoten“, sondern dass sich das Kind den Hund auch unbedingt wünscht. Einen Diabetikerwarnhund zu haben bedeutet nämlich erst einmal für alle Beteiligten viel Arbeit. Einen Hund möchten die Kinder meistens gerne um sich haben, doch man muss sicher sein, dass sie auch die Zeit zum täglichen Üben aufwenden wollen. Aber wenn dieser Wille da ist, außerdem „die Chemie stimmt“ und Vier- und Zweibeiner sich gut verstehen, dann klappt das Projekt „Diabetikerwarnhund“ in der Regel sehr gut!

 

Im ArtikelDiabetikerwarnhund Nelson ist Simons Freund und Helfer
schildert Julia Höhn den aktuellen Fall einer Hundeausbildung.

Julia Höhn mit ihren HundenJulia Höhn mit ihren Hunden

www.leinenlos-hundetraining.de

München, 30.05.14

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