Hellabrunn trauert um Elefantenkuh Steffi

Die Hellabrunner Elefantenkuh Steffi ist heute im hohen Alter von 52 Jahren gestorben. Die „Grande Dame“ der Elefantenherde wurde in Indien geboren, hat aber 50 Jahre ihres Lebens im Münchner Tierpark gelebt. Heute Vormittag legte sich die altersschwache Elefantenkuh, die schon seit Wochen immer kraftloser geworden war, hin - sie wollte einfach nicht mehr. Eine interne Ethikkommission in Hellabrunn beschloss schweren Herzens, Steffi von ihrem Leiden zu erlösen und sie einzuschläfern.

07.03.2018 – In den letzten Wochen hatte Steffi immer weniger Nahrung zu sich genommen, wurde immer schwächer und separierte sich häufig von der Gruppe. Wenn sich die anderen Dickhäuter stundenweise draußen aufhielten, blieb sie im Haus.
Aufgrund ihres hohen Alters und ihres dadurch bedingten Gesundheitszustands war sie schon seit einigen Jahren in medizinischer Behandlung und bekam separates Futter, um ihr eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Doch auch die medizinische Intensivbehandlung in der letzten Zeit brachte keine Besserung. Obwohl sie sehr erschöpft war, legte sich die Elefantenkuh legte kaum noch hin - zu groß war die Mühe des Aufstehens.

Der Tierpark Hellabrunn trauert

Tierpark-Direktor Rasem Baban: „Steffi hat mit 52 Jahren ein äußerst stattliches Alter für einen Elefanten erreicht. Sie hat uns heute Morgen gezeigt, dass sie nicht mehr konnte und nicht mehr wollte. Daraufhin haben wir eine Ethikkommission zusammengerufen, die aus allen Elefantenpflegern, der Bereichsleitung, den Tierärztinnen und der zoologischen Leitung des Tierparks bestand und die einstimmig beschlossen hat, die altersschwache Elefantenkuh zu erlösen.“

Die Herde nahm Abschied

Bei Elefanten ist es üblich, dass die Herdenmitglieder von einem verstorbenen Tier Abschied nehmen, indem sie einen Kreis bilden und mit ihren Rüsseln über den toten Körper fahren. Die restliche Herde wurde nach Steffis Tod ins Elefantenhaus gelassen, um sich von ihr verabschieden zu können.

„Es war beeindruckend zu beobachten, wie mucksmäuschenstill es im Elefantenhaus war, als sich die übrigen Elefanten von Steffi verabschiedet haben“, so Rasem Baban.

Elefantenkuh Steffi 2016 in Hellabrunn  Bürgermeisterin Christine Strobl und Zoodirektor Rasem Baban mit den beiden Elefanten Steffi und Temi

Auch die Tierparkbesucher werden die alte Elefantendame vermissen.

Wer wird neue Leitkuh der Herde?

Nachdem die Elefantenkuh Tina vor sechs Jahren gestorben war, hatte Steffi die Rolle der Leitkuh übernommen. Da sie das älteste Tier der Gruppe war, wurde sie von den anderen stets als ranghöchste Kuh respektiert. Welcher Elefant jetzt diese Aufgabe übernehmen wird, bleibt abzuwarten.

Nun leben nur noch vier Tiere in der Hellabrunner Elefantenherde: die drei Kühe Panang (*1989), Mangala (*1993) und Temi (*2001) sowie der Bulle Gajendra (*1993).

 Quelle: Tierpark Hellabrunn

 

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