Spieltipps für ein Kaninchenleben ohne Langeweile

Geselligkeit steht bei den Kaninchen-Bedürfnissen ganz oben. Deswegen sollten die sozialen Gruppentiere eigentlich nicht alleine gehalten werden, sondern mindestens einen artgleichen Partner zur Seite haben. Doch auch in der Gruppe kann Langeweile auftreten.

Wechselseitige Körperpflege, Verfolgungsjagden, Buddeln in der Sandkiste: Hält man sie in Gruppen und bietet ihnen genügend Platz, kommen Kaninchen meist von allein auf allerhand kreative Spiel- und Spaßideen. Dennoch: Auch Kaninchen können sich langweilen. Und das zeigen sie auch. „Indem sie vor Langeweile an Möbeln, Türen oder Wänden nagen“, sagt Ratgeber-Autorin Christiane Kautz. So weit muss es aber nicht kommen.

Wie Halter ihren Pfleglingen die Langeweile nehmen, ihre Möbel schonen und zugleich spielerisch eine Bindung zu den Tieren aufbauen können, weiß die Kaninchenexpertin.

Spielen auf Augenhöhe

Damit sich Langohren mit ihren Spielkameraden auf zwei Beinen wohlfühlen und sich nicht fürchten, spielen Halter am besten auf Augenhöhe mit ihren Tieren – also sitzend, aus der Hocke heraus oder auf dem Boden liegend. Dabei gilt immer: „Verliert ein Tier das Interesse an der Beschäftigung, sollte man es in Ruhe lassen“, betont Kautz. „Man sollte niemals Druck oder Zwang auf ein Kaninchen ausüben.“
Ist die Vertrautheit zum Menschen da, machen sich spielfreudige Langohren bemerkbar, indem sie die Füße ihrer Besitzer umkreisen oder auch mal am Hosenbein ziehen.

Junge liegt mit Kaninchen auf der Brust auf der Couch

Das Spieltempo gibt das Tier vor

Kaninchen mögen eingespielte Abläufe. Daher empfiehlt es sich, sich mehrmals täglich mit ihnen zu beschäftigen, allerdings immer nur kurz, etwa fünf bis zehn Minuten. „Die Aufmerksamkeitsspanne ist von Tier zu Tier verschieden“, erklärt die Expertin. Daher sollten Halter ihr Kaninchen beim Spielen beobachten, denn jedes Tier ist anders und hat auch andere Vorlieben.

Welches Spielzeug ist passend?

Womit man dem Kaninchen eine Freude machen kann, entscheidet auch dessen Persönlichkeit. Einige zerreißen beim Spielen gerne Papier und Stoffe, andere werfen gerne mit ihren Zähnen das Spielzeug weg und jagen dann hinterher. Für Wurf- und Jagdspiele gibt es das passende Spielzeug im Fachhandel. Dort finden Kaninchenhalter auch pfiffige Knobelspiele für neugierige Langohren, die die grauen Zellen der Tiere auf Trab halten. Darin können Halter reizvolle Gegenstände verstecken, wie etwa ein Spielzeug oder ein Leckerli. Das Kaninchen muss dann herausfinden, wie es an seine Belohnung herankommt.

Selbstgebasteltes kommt gut an

Kaninchenhalter, die gern basteln, können den Tatendrang ihrer Tiere auch mit einer Kartonburg oder Röhren zum Durchkriechen, Dosen zum Überspringen und kleinen Sandkisten zum Buddeln anstacheln. Anleitung dazu finden sie im Netz. Oder sie basteln einen Gemüsebaum mit allerlei gesunden Leckereien. Spätestens dann ist der Mensch der liebste Spielkamerad seines Langohrs.

Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.

 

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