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Kleiner Kater vor grausamer „Entsorgung“ gerettet

Es ist unglaublich, wie roh und gewissenlos manche Tierbesitzer sein können. Ein wie Müll entsorgtes Katzenbaby sorgt bei Münchner Tierfreunden für Entsetzen und Wut. Das Tier konnte nur knapp vor dem Erstickungstod in einer Plastiktüte gerettet werden.

München, 17.06.2024  Eine aufmerksame Tierfreundin hörte vergangenen Donnerstag an der Containerstation in der Donnersbergerstraße ein leises Wimmern, das aus einer Einkaufstasche am Altglascontainer kam.
Bei genauerem Hinsehen entdeckte sie darin ein kleines, graugetigertes Kätzchen, das in einer weiteren, transparenten und zugeknoteten Plastiktüte um Luft rang. Die Passantin reagierte sofort und befreite das arme Wesen aus seiner Not. „Der arme Kerl war nicht nur fix und fertig, sondern auch ganz nass!“, so Frau K.

Sie nahm das Kätzchen mit nach Hause, versorgte es und rief beim Tierschutzverein München e.V. an. Kurz darauf wurde Leonidas, wie das dreieinhalb Monate alte Findeltier mittlerweile heißt, von der Tierschutzinspektion abgeholt und im Tierheim medizinisch versorgt und liebevoll aufgepäppelt.

Rettung in letzter Minute

Wie lange Leonidas schon in der Tüte um sein Leben kämpfte, ist unklar. So viel jedoch steht fest: Wäre er nur etwas später gefunden worden, wäre er qualvoll erstickt. Der Tierschutzverein bedankt sich ganz herzlich bei Frau K. für ihr beherztes Eingreifen.

Das Katerchen kann in Kürze vermittelt werden

Ob hier jemand eine unüberlegte Anschaffung oder ungewollten Nachwuchs loswerden wollte, ist nicht bekannt. Im Tierheim hat Leonidas aber schon allen MitarbeiterInnen mit seiner zuckersüßen Art den Kopf verdreht. In etwa zwei Wochen kann er in ein neues, fürsorgliches Zuhause ziehen, möglichst mit einem etwa gleichaltrigen Artgenossen zum Spielen.

Kater Leonidas

„Tiere sind empfindsame, leidensfähige Lebewesen. Man stelle sich nur einen Moment lang vor, wie es sich anfühlen muss, in einer Plastiktüte zu ersticken. Die Skrupellosigkeit, sich auf diese Art eines Tieres zu entledigen, macht uns fassungslos.“, gibt Pressesprecherin Kristina Berchtold zu bedenken. „Wer die Verantwortung scheut, sich um den Nachwuchs seiner Katze zu kümmern, der lässt sie rechtzeitig kastrieren oder bringt zumindest so viel Anstand auf, die Babys im Tierheim abzugeben, statt sie grausam zu töten. Allgemein sollte eine Haustieranschaffung stets wohl überlegt sein.“

Wer kann Hinweise zum grausamen Tötungsversuch geben?

Der Tierschutzverein hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und bittet um Zeugenhinweise. Wer hat vergangenen Donnerstag in der Donnersbergerstraße in Neuhausen verdächtige Beobachtungen gemacht oder kann Hinweise geben, die zum Täter bzw. zur Täterin führen? Bitte wenden Sie sich mit ermittlungsrelevanten Informationen an die nächste Polizeidienststelle.

Müllplatz in der Donnersbergerstraße, wo der kleine Kater ausgesetzt wurde

Kastrationspflicht könnte gegen "Entsorgung" vorbeugen

Um Taten wie diesen entgegenzuwirken, wird schon seit langem eine bundesweite Katzenschutzverordnung gefordert, die HalterInnen zur Kennzeichnung und Registrierung sowie bei Freigangskatzen zur Kastration verpflichtet. Leider ist eine solche Regelung in der Neuauflage des Bundes-Tierschutzgesetzes derzeit nicht vorgesehen.

Quelle: Tierschutzverein München e.V.